Die MoFi SourcePoint 10 Master Edition ist ein Lautsprecher mit Präsenz: eine breite Front, ein großer Zehnzolltreiber und ein Gehäuse, das sich nicht nebenbei im Bücherregal versteckt. Hinter der klassischen Monitoroptik steckt ein aufwendig entwickeltes Koaxialsystem von Andrew Jones. Bei uns steht die weiße Ausführung mit heller Stoffabdeckung auf den niedrigen schwarzen Low Slung Stands. Das ergibt eine markante, bodennahe Kombination, bei der die Aufstellung zum Konzept gehört.
Die Bezeichnung „Kompaktlautsprecher“ kann hier falsche Vorstellungen wecken. Die SourcePoint 10 Master Edition ist knapp 57 Zentimeter hoch und über 36 Zentimeter breit – ohne Ständer. Sie passt zu einer Anlage, für die man bewusst Platz schafft. Genau diese Großzügigkeit gehört zum Konzept: viel Membranfläche, ein stabiles Gehäuse und zwei Wege, die möglichst geschlossen zusammenspielen sollen.
Was die MoFi SourcePoint 10 Master Edition besonders macht
Auf der Front fällt zunächst nur ein großes Chassis auf. Tatsächlich sitzen dort zwei Schallwandler: In der Mitte des Zehnzoll-Tiefmitteltöners befindet sich eine 1,25-Zoll-Gewebekalotte. Diese konzentrische Anordnung wird auch als Koaxialkonstruktion bezeichnet.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Hochton und Tiefmittelton sollen aus nahezu derselben Richtung kommen. Bei herkömmlichen Zweiwegelautsprechern sitzen die beiden Treiber räumlich voneinander getrennt. Ihre gemeinsame Wiedergabe verändert sich deshalb auch mit dem Hörwinkel und dem Abstand zu den einzelnen Chassis.
Bei MoFi erfüllt die große Papiermembran zusätzlich eine Aufgabe als Schallführung für den Hochtöner. Andrew Jones beschreibt diesen Ansatz im Entwicklungs-Whitepaper der SourcePoint 10. Die große Fläche erlaubt es, für einen bestimmten Basspegel weniger Hub zu benötigen. Das ist bei diesem Aufbau besonders interessant, weil sich die Schallführung des Hochtöners mit der Bassmembran bewegt.
Ein Koaxialsystem ist allerdings kein Freibrief für beliebige Aufstellung. Auch hier beeinflussen Raum, Einwinkelung und Hörabstand das Ergebnis. Der technische Ansatz ist ein guter Grund, genauer hinzuhören – noch kein Beleg für eine bestimmte Klangwirkung in jedem Wohnzimmer.
Master Edition: mehr als eine neue Modellbezeichnung
Die Master Edition unterscheidet sich vor allem durch die überarbeitete Frequenzweiche vom ursprünglichen SourcePoint 10. Laut Andrew Jones wurden Bauteilauswahl und Schaltung weiterentwickelt; zusätzliche Schaltungselemente sollen den Impedanzverlauf gleichmäßiger gestalten.
Für den Alltag besonders greifbar ist der neue dreistufige Schalter für die Mittel-/Hochtonbalance. Die Stellungen High, Mid und Low ermöglichen eine Anpassung an Raum und persönlichen Geschmack. Die Bedienungsanleitung empfiehlt High für stärker bedämpfte, Low für heller klingende Räume und Mid als mittlere Abstimmung.
Unser Vorschlag: mit Mid beginnen, die Lautsprecher aufstellen und anschließend jeweils nur eine Sache verändern. Wer gleichzeitig Wandabstand, Hörplatz, Einwinkelung und Schalterstellung variiert, kann kaum nachvollziehen, welche Änderung tatsächlich geholfen hat.
Der Schalter ist eine manuelle Anpassung der tonalen Balance. Eine automatische Einmessung ersetzt er nicht. Gerade in Verbindung mit einem Verstärker mit Raumkorrektur lohnt sich eine klare Reihenfolge: erst die mechanische Aufstellung und die Grundeinstellung festlegen, danach elektronisch einmessen.
Große Monitore brauchen einen passenden Platz
Mit Abdeckung nennt MoFi 368 × 572 × 422 Millimeter für Breite, Höhe und Tiefe. Ohne Stoffrahmen beträgt die Tiefe 406 Millimeter. Das Herstellergewicht liegt bei rund 21 Kilogramm pro Lautsprecher. Schon diese Zahlen zeigen, warum ein kleiner Dekoständer oder ein schmaler Regalboden hier keine überzeugende Lösung ist.
Das Gehäuse besitzt eine markant facettierte Front. Ihre Form gehört zur akustischen Konstruktion und macht die Boxen zugleich optisch eigenständig. Bei der weißen Ausführung rahmt das helle Gehäuse die schwarze Schallwand ein. Mit den magnetisch befestigten, hellgrauen Stoffabdeckungen wirkt das Paar deutlich ruhiger und wohnlicher. Nimmt man sie ab, steht der große Koaxialtreiber optisch im Mittelpunkt.
Vor dem Kauf lohnt ein einfacher Größencheck: die benötigte Stellfläche mit Papier oder Klebeband markieren und auch die Höhe samt Ständer berücksichtigen. Auf einem Produktfoto wirkt ein Lautsprecher oft deutlich kleiner als zwischen Sofa, Sideboard und Durchgang. Platzbedarf ist hier keine Nebensache, sondern Teil der Kaufentscheidung.
Die niedrigen Ständer: MoFi SourcePoint 10 Low Slung Stands
Zu den weißen Lautsprechern haben wir uns die schwarzen MoFi SourcePoint 10 Low Slung Stands ausgesucht. Die niedrigen Holzständer sind eigens für die SourcePoint 10 konstruiert. Sie halten die großen Monitore nahe am Boden und neigen sie leicht nach hinten. Dadurch zeigt die Front schräg nach oben in Richtung Hörplatz.
MoFi nennt für die Ständer eine Höhe von rund 15,5 Zentimetern vorne und 9,1 Zentimetern hinten. Sie sind etwa 33 Zentimeter breit und 44,5 Zentimeter tief. Die unterschiedlich hohen Seiten erzeugen die Neigung; gummierte Füße sollen für sicheren Stand sorgen und den Boden schützen.
Optisch passt diese Lösung gut zu den breiten Monitorgehäusen: Die weiße Box bleibt das prägende Element, der schwarze Unterbau nimmt sich zurück. Zugleich fällt die gesamte Kombination deutlich niedriger aus als auf klassischen hohen Lautsprecherständern. Gerade neben einem Sofa oder Sideboard entsteht dadurch ein eigenständiger, entspannter Look.
Die Neigung ist für die Aufstellung wichtig. Hörabstand und Sitzhöhe müssen weiterhin zum Abstrahlwinkel passen. Deshalb lohnt es sich, am eigenen Hörplatz mit kleinen Änderungen von Abstand und Einwinkelung zu arbeiten. Auch bei dieser niedrigen Lösung sollten beide Boxen frei und stabil stehen und genügend Abstand zu Wänden behalten.

Aufstellen: mit dem Raum arbeiten
Die Bedienungsanleitung nennt als Ausgangspunkt ungefähr 30 bis 90 Zentimeter Abstand zu Wänden und Raumecken. Das ist eine Startempfehlung, keine universelle Idealposition. Je nach Raum kann mehr oder weniger Abstand sinnvoll sein. Besonders wichtig ist, ob der Bass gleichmäßig und kontrolliert wirkt oder einzelne Töne unverhältnismäßig hervortreten.
Für die Abstimmung empfehlen wir drei vertraute Aufnahmen: eine gut verständliche Stimme, ein Stück mit klar unterscheidbaren Bassnoten und eine Aufnahme mit nachvollziehbarer Instrumentenverteilung. Danach die Boxen in kleinen Schritten verschieben und immer denselben Ausschnitt hören. So wird aus dem Herumprobieren ein vergleichbarer Ablauf.
Auch die Einwinkelung sollte bewusst ausprobiert werden. Ein präzises Stereobild hängt nicht allein am Lautsprechertyp. Links und rechts stark unterschiedliche Wandabstände oder ein seitlich versetzter Hörplatz können die Balance verändern. Kleine Korrekturen kosten nichts und sollten vor zusätzlichem Zubehör kommen.
Wie passt der NAD C 399 dazu?
MoFi gibt für die SourcePoint 10 Master Edition eine Nennimpedanz von acht Ohm und eine Empfindlichkeit von 91 dB bei 2,83 Volt in einem Meter Abstand an. Der Hersteller nennt 30 Watt als empfohlene Mindestverstärkerleistung und 200 Watt als maximale Eingangsleistung. Das sind Spezifikationen zur Orientierung, keine Aufforderung, eine bestimmte Wattzahl dauerhaft auszureizen.
Der NAD C 399 bietet mit seiner angegebenen Dauerleistung von zweimal 180 Watt eine auf dem Papier plausible Grundlage für diese Kombination. Mit dem MDC2 BluOS-D kommen Streaming und Dirac Live hinzu. Eine Garantie für einen bestimmten Klang lässt sich aus den Daten nicht ableiten; dafür muss das gesamte System im jeweiligen Raum betrachtet werden.
Die Ausstattung des Verstärkers erklären wir ausführlich im Bericht zum NAD C 399 mit MDC2 BluOS-D. Für die gemeinsame Einrichtung gilt: MoFi-Aufstellung und Schalterstellung zuerst festlegen, anschließend die Einmessung am NAD durchführen.
Technische Daten im Überblick
| Merkmal | MoFi SourcePoint 10 Master Edition |
|---|---|
| Prinzip | Passiver Zweiwege-Bassreflexlautsprecher mit Koaxialtreiber |
| Tiefmittelton / Hochton | 10 Zoll / 1,25 Zoll Gewebekalotte |
| Übergangsfrequenz | 1.600 Hz |
| Hersteller-Frequenzbereich | 42 Hz bis 30 kHz |
| Nennimpedanz / Empfindlichkeit | 8 Ohm / 91 dB bei 2,83 V und 1 m |
| Abmessungen B × H × T | 368 × 572 × 422 mm mit Abdeckung |
| Besonderheit der Master Edition | Überarbeitete Frequenzweiche und dreistufige Mittel-/Hochtonanpassung |
| Separates Zubehör | SourcePoint 10 Low Slung Stands, schwarz; vorne ca. 15,5 cm, hinten ca. 9,1 cm hoch |
Fazit: eine bewusste Entscheidung für große Monitore
Die MoFi SourcePoint 10 Master Edition ist für Musikfans interessant, die einer Stereoanlage Raum geben und sich mit ihrer Aufstellung beschäftigen möchten. Die Kombination aus großem Koaxialtreiber, überarbeiteter Weiche und manueller Klangabstimmung macht sie technisch eigenständig. In Weiß mit heller Stoffabdeckung und den niedrigen schwarzen Low Slung Stands bekommt das technisch anspruchsvolle Konzept eine besonders wohnliche Optik. Stellfläche und Hörwinkel sollten von Beginn an eingeplant werden.
Wer möglichst unauffällige Lautsprecher sucht oder nur eine enge Regalnische zur Verfügung hat, sollte die Größe ernst nehmen. Wer dagegen eine Anlage als festen Bestandteil seines Wohnraums versteht, bekommt hier ein schlüssiges Konzept für zwei große Monitore auf eigenen Ständern. Die wichtigste Entscheidung fällt anschließend beim Hören im eigenen Raum.
Redaktionelle Produkteinordnung auf Basis der Herstellerunterlagen; keine eigenen Labormessungen. Quellen: MoFi Electronics, Bedienungsanleitung der Master Edition, Entwicklungs-Whitepaper zum Koaxialprinzip sowie MoFi Low Slung Stands. Titelbild: MoFi Electronics / High-Fidelity Studio; Ständerfoto: MoFi Electronics.